„Autismus und Schule“ Veranstaltung von Autismus Rosenheim

Heute hatte ich das Glück an einer tollen Veranstaltung teilnehmen zu können, die vom Verein „Autismus Rosenheim“ organisiert wurde. Das Thema war „Autismus und Schule“. Dort gab es zwei Vorträge, einer über Nachteilsausgleiche und Möglichkeiten des MSD-Autismus und einer von Aleksander Knauerhase, der selber Autist ist. Der MSD-A Vortrag war interessant und machte zeitgleich auch wütend. Viele tolle Dinge die theoretisch möglich sind, aber in der Praxis scheitern wohl nicht nur Leo und ich daran, dass es nicht umgesetzt wird. Nach dem Vortrag des MSD-A folge der von Aleksander und er war der absolute Wahnsinn! Ich war unheimlich gespannt auf ihn, weil ich ihn bisher nur von Twitter kannte und ihn dort bereits sehr schätze. Sein Vortrag war kurzweilig, sehr einprägsam, leicht verständlich und humorvoll! Mir gefiel sehr das er direkt damit eingeleitet hat, dass er das Publikum fragte, ob jemand „Ella Schön“ gesehen habe und ob sie denken das die Figur als Autistin gut getroffen war. Tja, da sind dann schon direkt einige in die Klischee-Falle getappt und er hat schon aufgedröselt wieso. Ich fand es spannend, das er so spontan ein ganz aktuelles Thema in den Vortrag eingebaut hat. Ich fand es auch gut das dem Publikum so der Spiegel vorgehalten wurde und ihnen mit einer kurzen Einleitung direkt gezeigt wurde, wie sehr man doch von Medien und Klischees beeinflusst wird!
Nach diesem gelungenen Anfang erzählte Aleksander ausführlich über autistische Wahrnehmung und machte dies mit vielen Beispielen und tollen Grafiken deutlich. Auch die Erklärungen zu Overload, Meltdown und Shutdown waren toll und einprägsam! Ich denke vielen Menschen im Publikum wurde da erstmals bewusst, wie schwer diese große Flut an Reizen für einen Autisten zu ertragen ist und wieso Autisten oft so reagieren, wie sie reagieren. Ich dachte oft wie sehr ich mir wünschen würde, dass die Mitarbeiter unserer Schule und unsere ehemalige Schulbegleitung diesen Vortrag hören würden. Eigentlich sollte JEDER Mensch der mit Autisten arbeitet, diesen Vortrag hören und verinnerlichen!
Mir hat der Vortrag viel gebracht und es war die Fahrt absolut wert! Einen, für mich, besonderen Moment gab es noch. Nach dem Vortrag beantwortete Aleksander Fragen. Eine Frage war, ob er sich wünschen würde früher diagnostiziert worden zu sein, da er seine Diagnose erst mit 35 bekam. Er antwortete mit einem klaren „Nein“. Im ersten Moment war ich total verwundert, doch dann folge die Erklärung. Er sagte das das dann in den 70ern gewesen wäre und da hätte die Diagnose für ihn zwingend Förderschule und Behindertenwerkstatt bedeutet und so hat er nun Abitur und studiert. Tja und DAS war der Augenblick, der mir mehr als deutlich gezeigt hat, dass ich für Leo den richtigen Weg gehe! Ich möchte für ihn eine inklusive Beschulung, ich möchte für ihn eine offene Zukunft und keinen vorgefertigten Weg im Fördersystem. Inklusion ist ein Menschenrecht!

Hier findet Ihr den Blog von Aleksander klick

Und hier der Link zu Autismus Rosenheim klick

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s